30.04.2026 | paulZu einem Gedenken an den NaturFreund und Widerstandskämpfer Paul Junius hatten die NaturFreunde Berlin zu einer Gedenkveranstaltung am Todestag eingeladen. Am Stolperstein in der Rügener Straße im Berliner Gesundbrunnen trafen sich die Mitglieder des NaturFreunde-Chors und Interessierte aus der Nachbarschaft, um des mutigen Widerstandskämpfers Paul Junius zu gedenken. Paul Junius wurde im Berliner Wedding geboren und war bereits sehr früh politisch aktiv. Mit 15 Jahren wurde er Mitglied im Deutschen Metallarbeiter-Verband und mit 16 Jahren Mitglied der NaturFreunde Berlin. Im Jahr 1923 trat er dann in die KPD ein. Auch seine Lebensgefährtin Elli Booth war Funktionärin der KPD in Berlin.
Nach der Machtübertragung an die Nazis leitete er eine Widerstandsgruppe in den Askania-Werken in Berlin-Mariendorf. Dort erinnert heute eine Gedenktafel an den Widerstand der Arbeiter*innen in den Askania-Werken. Diese Gedenktafel wurde auch von den NaturFreunden Berlin mitfinanziert. Paul Junius warb für die Bewegung „Freies Deutschland“, verbreitete illegale Flugschriften und sammelte Lebensmittel und Geld für Genoss*innen, die in der Illegalität leben mussten. Innerhalb der Rüstungsproduktion der Askania-Werke organisierte er Sabotageakte, um den Krieg schneller zu beenden.
Durch den Volksgerichtshof wurde Paul Junius zum Tode verurteilt und am 4. Dezember 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordet. Der NaturFreunde-Chor beteiligte sich mit mehreren Liedern aus der Arbeiter*innenbewegung an dem Gedenken. Die Gedenkrede hielt Uwe Hiksch vom Landesvorstand der NaturFreunde Berlin.
aus: WanderfreundIn 01-2026

