05.03.2026 | Anlässlich des 10. Todestages von Berta Cáceres trafen sich Mitglieder der NaturFreunde Berlin, der Honduras-Delegation und des Ökumenischen Büro aus München, um gemeinsam vor dem Bundeskanzleramt an die beeindruckende Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres zu erinnern.
Am 2. März 2016 wurde Berta Cáceres in ihrem Haus in La Esperanza in Honduras ermordet. Dieser Auftragsmord wurde durchgeführt, um Wirtschaftsinteressen gegen die betroffenen Menschen in der Region durchzusetzen. Berta Cáceres war eine mutige Frau. Sie kämpfte gegen die großen Unternehmen und Wirtschaftsinteressen an, um die Rechte der Indigenen und den Schutz der Natur zu sichern. Sie war als indigene Aktivistin und Feministin und unermüdliche Menschenrechts- und Umweltverteidigerin.
Durch ihr konsequentes und mutiges Auftreten gab sie den Menschen Mut und zeigte ihnen konkrete Wege auf, sich gegen diese menschenfeindlichen Interessen zu wehren. Bis heute sind die Verantwortlichen für ihre Ermordung nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Staatliche Stellen wussten im Voraus von dem Plan, taten aber nichts, um Berta zu schützen.
An ihrem 10. Todestag trafen sich mehr als 30 Aktive um gemeinsam Berta Cáceres zu gedenken. In den Reden forderten die Demonstrierenden, dass es endlich zu einer vollständigen Aufklärung des Mordes und zu einer Verurteilung der Drahtzieher*innen kommen muss. Die Aktiven forderten Gerechtigkeit und eine Bestrafung der Mörder*innen und ihrer Auftraggeber*innen ein.
Zentrale Grundlage für eine gerechte Entwicklung in der Region ist die Anerkennung der territorialer Rechte indigener Gemeinschaften. Aktuell ist aber in Honduras das Gegenteil der Fall. Aktive, die sich für ihre Rechte einsetzen und protestieren, werden kriminalisiert und bedroht. Laut der Menschenrechtsorganisation „Front Line Defensers“ sind im Jahr 2023 mindestens 300 Menschenrechtsaktivist*innen in 28 Ländern ermordet worden. Allein in Kolumbien wurden 142 Aktivist*innen ermordet.
Die Demonstrierenden vor dem Kanzleramt machten deutlich, dass eine solche Entwicklung endlich gestoppt werden muss, und forderten die Bundesregierung auf, zu handeln. Von der Bundesregierung erwarten sie, dass sie sich gegenüber den Regierungen in Lateinamerika aktiver für Menschenrechte einsetzt. Die Menschenrechte werden aber in der internationalen Politik der Bundesregierung immer mehr zu Lasten der wirtschaftlichen Interessen zurückgedrängt. Die NaturFreunde fordern von der Bundesregierung, gegenüber den rechtsnationalistischen Regierungen aktiv zu werden und deutlich gegen die Menschenrechtsverletzungen zu protestieren.
Uwe Hiksch forderte in seiner Rede von den Mitgliedern der Bundesregierung mehr Engagement. Viele der Betroffenen, Verfolgten und auch Ermordeten sind Mitglieder in Mitgliedsorganisationen oder befreundeten Organisationen der Sozialistischen Internationale, der internationalen Organisation der sozialdemokratischen Parteien. Eine Bundesregierung, in der die Sozialdemokratische Partei beteiligt ist, muss hier deutlicher Position beziehen.
An der Veranstaltung nahm auch der NaturFreunde-Chor teil, der sich mit vier Liedern an der Gedenkveranstaltung beteiligte. Unter der Leitung von Michael Letz trugen die aktiven Sänger*innen die Lieder „Wenn der Frühling, lässt empor“, „Die Gedanken sind frei“, „Venceremos“ und die „Internationale“ vor. Das Lied „Wenn der Frühling, lässt empor“ ist ein wunderschönes Friedenslied, dass von Johannes R. Becher und Hanns Eisler geschrieben und komponiert wurde. In seinem Schluss-Refrain fordert es: „Friede, Friede, sei auf Erden! Menschen laßt uns Menschen werden!“.

