18.12.2025 | Der neue Sozialbericht des Berliner Senats zeigt es überdeutlich: Jeder fünfte Mensch in Berlin ist armutsgefährdet. Hierbei ist die Tendenz steigend. Von der Armutsgefährdung sind Kinder, Alleinerziehende sowie Menschen mit Migrationsgeschichte besonders betroffen. Auch bei den Rentner*innen liegt die Armutsgefährdung mit sieben Prozent fast doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt.
Die Armut in Berlin konzentriert sich dabei unter anderem auf Brennpunkte in Neukölln, Mitte, Spandau und Marzahn-Hellersdorf. Vor allem die steigenden Mieten in Berlin verschärfen dabei das Problem immer mehr. Der Sozialbericht zeigt auf, dass zwischenzeitlich mehr als 40 Prozent aller Berliner Haushalte mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Bruttokaltmiete ausgeben müssen. Weiter zeigt der Sozialbericht, dass in Berlin jedes vierte Kind in Berlin in Kinderarmut lebt und in einem Haushalt lebt, der Bürgergeld beziehen muss.
Bundesweit sieht die Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes die Armutsquote sogar bei 22,4 Prozent, wenn die immer mehr steigenden Wohnkosten wie Miete und Strom in der Analyse berücksichtigt werden. Dabei liegt Berlin bei der Wohnarmut deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Reichtum nimmt zu
Gleichzeitig zeigt der Sozialbericht, dass sich die Zahl der Spitzenverdiener*innen in Berlin mit mehr als einer Millionen Euro Jahreseinkommen zwischen 2015 und 2021 fast verdoppelt hat. Damit zeigt sich auch in Berlin die immer größer werdende Schere zwischen Armut und Einkommenswohlstand.
Armut ist nicht vorgegeben, sondern wird politisch gemacht. Die NaturFreunde engagieren sich deshalb seit Jahrzehnten für eine gerechtere Verteilung des Einkommens und fordern die Einführung einer Vermögensabgabe und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Die Politik muss endlich handeln. Wir brauchen eine konsequente Umverteilung von Reichtum, damit eine gerechtere Verteilung des erwirtschafteten Reichtums in der Gesellschaft durchgesetzt wird.
