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Auch Hurrikan Iota zieht verheerend über Zentralamerika

© Garífuna-Siedlung Guadalupe, Foto: Rita Trautman

22.11.2020 | Hurrikan der Kategorie fünf. Schäden und Überflutungen wieder enorm. Honduras und Nicaragua stark getroffen. Über 20 Tote

Von Daniela Dreißig

 

Tegucigalpa. Knapp zwei Wochen nach Hurrikan Eta wurde Zentralamerika in den letzten Tagen erneut getroffen, nun von Iota. Wieder kam es zu heftigen Zerstörungen, Überflutungen sowie Toten. Iota zog in den vergangenen Tagen entlang der Ostküste Zentralamerikas. Er traf vor allem Nicaragua und Honduras wieder sehr hart und zog vergangene Nacht über Guatemala und El Salvador, wo er sich dann deutlich abschwächte.

In der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa wurden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch durch die Behörden sämtliche Brücken und Straßen aufgrund der gestiegenen Flüsse gesperrt. Obwohl sich der Hurrikan zu einem Tropensturm abgeschwächt hatte, bleibt die Situation durch die aufgeweichten Böden und angestiegenen Flüsse kritisch, da es zu Erdrutschen und weiteren Überschwemmungen kommen kann.

Im nördlichen Departamento Cortés ist dieselbe Bevölkerung von den Fluten betroffen wie schon vor zwei Wochen durch den Tropensturm Eta. Es wird berichtet, dass die Städte La Lima, Choloma und auch Teile der Industriestadt San Pedro Sula unter Wasser stehen. Auch der internationale Flughafen der Stadt steht erneut unter Wasser. Die staatliche Organisation für Katastrophenschutz Copeco berichtete, dass mehr als 71.000 Personen in Notunterkünften aufgenommen wurden. In den Herbergen leben seit dem Sturm Eta von vor zwei Wochen bereits viele Menschen auf engem Raum. Durch die Corona-Pandemie ist das Risiko sehr hoch, mit dem Coronavirus infiziert zu werden.

Die honduranische Zeitung La Prensa berichtet mit Fotos, wie Berge von Hilfsgütern und Lebensmitteln in der Stadt Choloma in behelfsmäßigen Zelten im Wasser stehen sollen und nicht an die betroffene Bevölkerung verteilt wurden. Das Nachbarland El Salvador hatte diese Hilfen nach dem Sturm Eta in den Norden Honduras entsendet.

Die honduranische Journalistin Dina Meza äußerte gegenüber amerika21, dass die aktuelle Regierung keinen Plan habe, um der Armut und den Auswirkungen zu begegnen. Es wurde durch Tagebaue und Wasserkraftprojekte die ansässige Bevölkerung vertrieben. "Diese Leute haben keine andere Option, als an den Flussufern in Behausungen aus Brettern und Plastikplanen und ohne sanitäre Einrichtungen zu leben. Die Regierung hat bisher den Menschen, die die Katastrophen überlebt haben, die Häuser nicht wieder aufgebaut. Von Seiten der internationalen Organisationen scheint es an Sensibilität in Bezug auf eine Überwachung der Kredite und Hilfen zu fehlen. Diese Gelder dienen einzig dazu, die Taschen der Korrupten noch weiter zu füllen."

Meza steht mit dieser Äußerung nicht allein da. Nichtregierungsorganisationen fordern die internationale Gemeinschaft auf, Hilfsgüter nicht über staatliche Stellen, sondern über Kirchen oder andere Hilfswerke für die Flutopfer bereit zu stellen. Die aktuelle Regierung, Beamt:innen und Abgeordnete sind in unzählige Korruptionsskandale verwickelt.

In El Salvador und in Guatemala haben starke Regenfälle ebenfalls zu Überschwemmungen geführt. Nach offiziellen Berichten sind in Guatemala mehr als 100.000 Menschen betroffen, über 4.400 Menschen wurden evakuiert, Häuser und Brücken sind beschädigt.

Auch Nicaragua ist betroffen. Dort traf der Hurrikan am Montag bei Puerto Cabezas an der Karibikküste auf Festland. Von da an nahm seine Windgeschwindigkeit, die in den Spitzen bis zu 260 km/h erreichte, allmählich ab. Bisher wurden aus Nicaragua mindestens sechs Tote gemeldet, die durch die angestiegenen Flüsse mitgerissen wurden, mehr als 63.000 Menschen wurden evakuiert.

Ebenfalls stark getroffen von Iota wurden die kolumbianischen Inseln San Andrés und Providencia. Laut Berichten führte er in San Andrés zur Zerstörung von 80 Prozent der Häuser. Von Providencia wird berichtet, dass 98 Prozent der Infrastruktur beschädigt sei, das Krankenhaus habe kein Dach mehr. Darüber hinaus sind alle Telekommunikationsnetze ausgefallen. Ein schneller Wiederaufbau der gesamten Infrastruktur wurde von der Regierung versprochen.

aus: amerika21, siehe: https://amerika21.de/2020/11/245414/zentralamerika-hurrikan-iota-schaede...

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