25.09.2026 | Berlin steckt in einer Krise der öffentlichen Infrastruktur. Eine soziale und ökologische Reformagenda für Berlin muss mit einer klaren politischen Entscheidung beginnen: Öffentliche Daseinsvorsorge darf nicht länger dem Sparzwang und kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden.
Mobilitätswende: Schluss mit der autogerechten Stadt
Berlin muss sich endgültig von der Vorstellung verabschieden, Verkehrsprobleme durch mehr Straßen lösen zu können. Die autogerechte Stadt muss zurückgebaut werden. Straßen gehören nicht allein den Autos. Sie müssen wieder Räume für Begegnung, Kinder, Kultur und nachbarschaftliches Leben werden.
Energiewende: Fossile Energien konsequent überwinden
Berlin darf seine Energieversorgung nicht länger auf fossile Energieträger stützen. Der Ausstieg aus Kohle, Öl und Erdgas muss verbindlich und sozial gerecht organisiert werden. Öffentliche Dächer müssen für Solarenergie genutzt werden.
Wärmewende: Klimaschutz darf nicht zur Mietpreistreiberei werden
Die Wärmewende ist eine der wichtigsten sozialen Fragen der kommenden Jahre. Berlin braucht den schnellen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass die Kosten auf die Mieter*innen abgewälzt werden.
Kein Klimaschutz auf Kosten der Mieterinnen und Mieter!
Die energetische Sanierung von Gebäuden muss öffentlich gefördert werden. Modernisierung darf nicht zur Verdrängung führen. Mieter*innen brauchen einen wirksamen Schutz vor Mieterhöhungen infolge energetischer Maßnahmen.
Die Berliner Fernwärme muss vollständig auf erneuerbare Energien und klimaneutrale Wärmequellen umgestellt werden. Dafür braucht es massive öffentliche Investitionen und eine demokratische Kontrolle der Wärmeversorgung.
Bildungsoffensive: Schluss mit der sozialen Auslese
Berlin braucht deshalb eine echte Bildungsoffensive: kleinere Klassen, mehr Lehrerinnen und Lehrer, multiprofessionelle Teams, Schulsozialarbeit und eine bessere Ausstattung aller Schulen.
Ein zentraler Schritt ist der konsequente Ausbau der Gemeinschaftsschulen. Das frühe Sortieren von Kindern nach sozialer Herkunft und vermeintlicher Leistungsfähigkeit muss überwunden werden. Gemeinschaftsschulen bieten die Chance, Kinder unterschiedlicher Herkunft gemeinsam zu fördern und Bildungswege offen zu halten. Ziel muss ein Schulsystem sein, das nicht soziale Unterschiede reproduziert, sondern sie abbaut.
Uwe Hiksch
aus: WanderfreundIn 03-2026

