17.06.2026 | Mit der jüngsten Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zu den Grünen Kiez Pankow, fehlen der landeseigenen Gesobau an der Ossietzkystraße am Schlosspark Pankow nun vollständig die artenschutzrechtlichen Grundlagen für die Baufeldfreimachung. Das Bezirksamt Pankow hat den Bescheid über die Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahme vollständig zurückgenommen und die sofortige Vollziehung dieser Rücknahme nach Verwaltungsverfahrensgesetz angeordnet.
Im November 2025 hatte das Verwaltungsgericht Berlin im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes festgestellt, dass sich der Bescheid bei summarischer Prüfung als rechtswidrig erweist. „Die dort festgestellten Fehler sind schwerwiegend, nicht heilbar und verpflichten das Bezirksamt zur Rücknahme des Verwaltungsakts“, heißt es zur Begründung in dem Umweltverbänden vorliegenden Bescheid des Bezirksamts Pankow. Die Entscheidung des Verwaltungsgericht wurde möglich, da die Aktiven der AG Artenschutz der NaturFreunde ein sehr umfangreiches artenschutzrechtliches Gutachten erarbeitetet haben, das als Grundlage für alle Verfahren genutzt werden konnte.
Die vollständige Rücknahme des Bescheids sei geboten, da „eine rechtmäßige Entscheidung nur durch eine vollständige Neuermittlung und Neufassung aller entscheidungserheblichen Tatsachen möglich wäre“, bescheidet das Bezirksamt. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin vom 14. November 2025 ist zustande gekommen, da die Gesobau einen Antrag auf sofortige Vollziehbarkeit der nun zurückgezogenen artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung gestellt hatte. In dem Verfahren waren die Naturschutzverbände NaturFreunde Berlin, BUND Berlin und die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) beigeladen.
Die Naturschutzverbände und die Bürgerinitiative Grüner Kiez Pankow fordern die Gesobau erneut auf, gemeinsam und beispielhaft ein zukunftsfähiges Modellquartier zu entwickeln, indem die wichtigen Belange unserer Zeit, wie Wohnraumschaffung, Klimaanpassung, Integration und Artenschutz angemessen berücksichtigt werden, statt mit der Brechstange alles Lebensfreundliche niederzureißen, als gäbe es kein Morgen mehr. Schließlich gibt es eine Alternative, die die Artenschutz-Konflikte weitestgehend vermeidet.
aus: WanderfreundIn 01-2026
