23.12.2025 | Die Forderung der Verkehrssenatorin Bonde nach einer dritten Start- und Landebahn für den Flughaben BER ist ein verkehrspolitischer Irrweg. Während in Zeiten von Klimawandel und Verkehrskollaps darüber nachgedacht werden müsste, dass nicht mehr, sondern weniger Flugverkehr stattfindet, fordert die Verkehrssenatorin mehr Flüge und mehr Passagierte für den Flughafen BER. Flugzeuge sind das umweltschädlichste Verkehrsmittel und werden trotzdem staatlich hoch subventioniert. Ziel einer nachhaltigen Flughafenpolitik für Berlin muss die Einschränkung von Flugbewegungen sein.
Auch macht eine dritte Landebahn keinerlei Sinn. Die zwei vorhandenen Bahnen des BER wurden damals für 50 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt, aktuell waren es 2024 25 Millionen Passagiere.
Statt sich in Berlin für eine Mobilitätswende einzusetzen, forciert die Verkehrssenatorin mehr Verkehr und die autogerechte Stadt. Mit ihrer Forderung, das Nachflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr aufzuweichen, tritt sie die Interessen der Anwohnenden am Flughafen mit Füßen. Die NaturFreunde Berlin unterstützen die Brandenburger Landesregierung, die deutlich gemacht hatte, das mit ihr eine Aufweichung der aktuellen Vorgaben am Flughafen BER nicht zu machen sei.
Die NaturFreunde Berlin fordern ein ökologisches und nachhaltiges Ausbauprogramm für die Bahnstrecken zwischen den Metropolen. Grundsätzlich treten die NaturFreunde Berlin für ein Verbot von Kurzflügen unter 800 Kilometern ein, da hier die ökologischen Schäden und der Zeitgewinn in keinem vertretbaren Verhältnis stehen.
Die NaturFreunde Berlin fordern:
- Eine deutliche Reduzierung der Kurzflüge durch eine enge Kooperation mit der Deutschen Bahn.
- Die sofortige Einstellung aller Passagierflüge zwischen Berlin nach Frankfurt und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG eine Abwicklung dieser Fahrgastbewegungen durch eine Ausweitung des Angebots an „ICE Sprinter“. Mit dem ICE-Sprinter können heute schon Fahrten von Berlin nach Frankfurt in 3,5 Stunden durchgeführt werden.
- Alle Flugbewegungen, die sie einzig auf ökonomisch bedingte Lufttransporte zur Zusammenführung von Passagieren einer Fluggesellschaft beziehen, müssen durch ein Konzept der Zusammenarbeit der verschiedenen Luftfahrtgesellschaften zur Minimierung von Flügen ersetzt werden.
Der Luftverkehr muss auf das ökonomisch und ökologisch notwendige beschränkt werden. Verkehrsbewegungen, die mit der Bahn abgewickelt werden können, müssen zukünftig durch eine Förderung von Bahnverbindungen zwischen den Metropolen sichergestellt werden.
Die NaturFreunde Berlin setzen sich für eine grundsätzlich neue Verkehrspolitik ein und fordern:
- ein europaweites Verbot von Kurzflügen unter 800 Kilometern;
- die deutliche Einschränkung der Versendung von Waren per Luftfracht;
- die Einführung einer Luftverkehrsabgabe, welche die realen sozial-ökologischen Kosten des Luftverkehrs widerspiegelt;
- eine europaweite Einführung von lärmabhängigen Start- und Landegebühren, die die Landung von lärmintensiven alten Maschinen auf europäischen Flughäfen unterbindet;
- ein generelles Nachflugverbot an allen Flughäfen weltweit;
- die Einführung einer Steuer auf Kerosin in allen europäischen Staaten; als ersten Schritt die Einführung einer Kerosinsteuer in Deutschland;
- die Beendigung des Ausbaus der europäischen Großflughäfen und eine generelle Umsteuerung in der Verkehrspolitik der Europäischen Union;
- den Abbau aller direkten und indirekten Subventionen für den Flugverkehr;
- die Aufhebung der Umsatzsteuerbefreiung im grenzüberschreitenden Flugverkehr
- eine deutliche Verschärfung der Grenzwerte für den Lärmschutz von Anwohnerinnen und Anwohnern von Flughäfen.
