10.03.2026 | Zwischen 2016 und 2021 wurden in Berlin ca. 509 Hektar Fläche zusätzlich versiegelt – das entspricht der Größe von über 700 Fußballfeldern. Bodenversiegelung bedeutet einen vollständigen Verlust natürlicher Bodenfunktionen: Wasserversickerung fällt weg, Grundwasserneubildung wird behindert, das Mikroklima verschlechtert sich – Hitzeinseln entstehen.
In den verschiedenen Landesentwicklungs- und Stadtentwicklungsprogrammen sind in Berlin weitere massive Versiegelungsmaßnahmen vorgesehen:
Der Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 sieht vor, bis 2040 rund 222.000 neue Wohnungen in Berlin zu schaffen. Gleichzeitig wird für Gewerbe- und Industrieflächen bis 2040 ein Bedarf von etwa 640 Hektar geschätzt.
Seit vielen Jahren arbeiten die NaturFreunde im Bündnis „Natur statt Asphalt – Entsiegelt Berlin“ mit. Die NaturFreunde fordern: Schluss mit der fortlaufenden Versiegelung – stattdessen gezielte Entsiegelung, Wiedervernässung und Nutzung von bereits versiegelten Flächen.
Notwendige Neubauten müssen auf vorhandenen versiegelten Flächen stattfinden. Die vielen Parkplätze und veralteten Gewerbeflächen müssen hierfür genutzt werden, statt Grünflächen und unversiegelte Flächen zu zerstören.
Berlin braucht ein Netto-Null-Versiegelungsziel mit verbindlichen Vorgaben. Die NaturFreunde Berlin betonen: Eine lebenswerte, klimaresiliente Stadt braucht lebendigen, unversiegelten Boden – nicht noch mehr Asphalt. Sie fordern von der Politik umgehend verbindliche Maßnahmen und klare Planungen zu Entsiegelung und Flächenschutz.
aus: WanderfreundIn 04-2025
