28.03.2026 | Pressemitteilung der NaturFreunde Deutschlands
Während die Mittel für das Militär massiv wachsen, bleibt der zusätzliche Klimaschutzbeitrag minimal
Berlin, 26. März 2026 – Die Bundesregierung hat ihr neues Klimaschutzprogramm vorgelegt. Auf fast 300 Seiten listet sie zahlreiche Einzelmaßnahmen auf. Was jedoch fehlt, ist eine klare Strategie für den klimafreundlichen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, die soziale Fragen mitdenkt. Das kritisiert Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands.
„Dieses Programm bleibt in einer alten Logik verhaftet: viele Einzelziele, aber keine überzeugende Strategie für die klimafreundliche Erneuerung unserer gesellschaftlichen Infrastruktur“, erklärt Michael Müller. Notwendig wäre ein umfassender sozial-ökologischer Modernisierungsschub, der Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Erneuerung zusammenführt.
Schon der finanzpolitische Rahmen bleibt weit hinter dem Notwendigen zurück. Zwar sollen 500 Milliarden Euro Sondervermögen in die Erneuerung der Infrastruktur fließen. Für die zentrale Zukunftsaufgabe Klimaschutz aber bleibt davon viel zu wenig übrig.
Laut Programm sind in den kommenden vier Jahren lediglich acht Milliarden Euro zusätzlich für den Klimaschutz vorgesehen – also zwei Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Allein in diesem Jahr belaufen sich die Militärausgaben auf 130 Milliarden Euro. In den nächsten vier Jahren sollen sie auf mindestens 230 Milliarden Euro steigen. Während also die Mittel für das Militär massiv wachsen, bleibt der zusätzliche Klimaschutzbeitrag minimal.
Für die NaturFreunde Deutschlands ist klar: Klimaschutz verdient diesen Namen nur, wenn er als sozial-ökologische Transformation gestaltet wird. Nur so können Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig erneuert werden. Nur so hören wir auf, auf Kosten kommender Generationen zu leben. Das vorgelegte Programm wird diesem Anspruch nicht gerecht.
