16.07.2026 | NaturFreunde: Familien brauchen Unterstützung statt Sozialabbau
Die NaturFreunde kritisieren die aktuellen Überlegungen, Leistungen für Alleinerziehende zu kürzen, mit Nachdruck. Gerade Alleinerziehende gehören zu den Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten Armutsrisiko in Deutschland. Wer ausgerechnet hier spart, verschärft soziale Ungleichheit und gefährdet die Zukunftschancen von Kindern. Der Berliner Sozialbericht 2025 weist darauf hin, dass Alleinerziehende zu den am stärksten von Armut betroffenen Gruppen gehören. Für die Gesamtbevölkerung liegt die Armutsgefährdungsquote in Berlin bei rund 20 % (Bezugsjahr 2023).
Besonders kritisch sehen die NaturFreunde die Debatte um den Unterhaltsvorschuss. Nach den derzeit diskutierten Plänen soll diese Leistung künftig nur noch bis zum 16. statt bis zum 18. Lebensjahr gezahlt werden. Begründet wird dies mit Einsparungen im Bundeshaushalt und steigenden Kosten. Gleichzeitig wird jedoch selbst von vielen Fachverbänden und Politiker*innen darauf hingewiesen, dass Kinder auch mit 16 oder 17 Jahren auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.
Allein in Berlin leben rund 171.000 alleinerziehende Mütter und Väter, vier von fünf davon sind Frauen. Damit ist mehr als jede fünfte Familie mit Kindern eine Einelternfamilie. Gleichzeitig gehören Alleinerziehende zu den Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten Armutsrisiko. Wer in dieser Situation Sozialleistungen kürzt, verschärft Armut und benachteiligt Hunderttausende Kinder und ihre Familien. Eine soziale Politik muss Alleinerziehende stärken statt sie zusätzlich zu belasten.
Alleinerziehende leisten Tag für Tag Enormes. Sie tragen die Verantwortung für Familie, Beruf und Erziehung häufig ohne ausreichende Unterstützung. Statt ihre Situation zu verbessern, drohen neue Belastungen. Das ist sozialpolitisch der falsche Weg.
Die NaturFreunde fordern eine Familienpolitik, die Kinderarmut wirksam bekämpft und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Dazu gehören eine auskömmliche finanzielle Absicherung von Familien, der Ausbau guter und kostenfreier Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum sowie eine leistungsfähige öffentliche Infrastruktur. Soziale Sicherheit darf nicht vom Familienmodell abhängen.
Kinder dürfen nicht die Leidtragenden von Haushaltskürzungen sein. Wer Sozialleistungen für Alleinerziehende kürzt, spart nicht an Ausgaben, sondern an den Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen. Eine solidarische Gesellschaft zeigt sich gerade darin, dass sie diejenigen unterstützt, die besondere Verantwortung tragen.
Die NaturFreunde fordern von Bundesregierung und Bundestag, auf Kürzungen bei Leistungen für Alleinerziehende zu verzichten. Notwendig sind Investitionen in soziale Gerechtigkeit statt weiterer Einschnitte. Eine nachhaltige Familienpolitik stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.

