12.01.2026 | Zu einer beeindruckenden Ausstellung trafen sich Interessierte der NaturFreunde Berlin. Im Rahmen der „Tour de Musée“ besuchten die NaturFreunde die Ausstellung des Schulmuseums Nürnberg der Universität Erlangen-Nürnberg in der Topographie des Terrors „Die Nazis waren ja nicht einfach weg“. Die Ausstellung thematisiert die fehlende Aufarbeitung der Zeit des Faschismus nach 1945. Die Mehrheit der Deutschen tat sich nach 1945 schwer mit der kritischen Auseinandersetzung der Zeit des Faschismus. Die meisten verdrängten ihre Verantwortung oder schwiegen über das Geschehene.
Die Ausstellung zeigt sehr beeindruckend auf, wie die beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich mit der Zeit des Faschismus umgingen. Die Ausstellung thematisiert diesen Prozess und stellt die Frage, wie wir uns zukünftig an die NS-Geschichte erinnern wollen. Sie wurde zusammen mit Schülerinnen und Schülern entwickelt und richtet sich insbesondere an junge Menschen. Dabei schafft es die Ausstellung nach Meinung der interessierten NaturFreunde sehr gut, junge Menschen für die NS-Geschichte zu interessieren und eine Auseinandersetzung mit dem Thema zu ermöglichen.
Beindruckt waren die NaturFreund*innen von der Gestaltung der Ausstellung, des es schafft, die Lese- und Sehgewohnheiten jüngerer Menschen aufzunehmen und einen guten Einstieg in die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland zu ermöglichen.
Mit dem Zitat von Konrad Adenauer aus dem Jahr 1952 in dem er forderte, dass „wir jetzt mit der Naziriecherei Schluss machen [sollten]. Denn verlassen Sie sich darauf: wenn wir damit anfangen, weiß man nicht, wo es aufhört“, wurde sehr eindrücklich aufgezeigt, wie weit das Bestreben in der damaligen Zeit verbreitet war, die fehlende Aufarbeitung einfach zu verhindern.
Auch der sehr beeindruckende Vergleich, zweier Entschädigungsakten, in der ein Täter für seine Haftstrafe 121.477,92 DM Entschädigung zugesprochen bekam, wären ein Opfer der rassistischen Verfolgung mit gerade einmal 5.000 DM abgespeist wurde, zeigt die Einseitigkeit im Umgang mit der Zeit des Faschismus sehr eindringlich auf.
Die NaturFreunde Berlin treffen sich mehrere Male im Jahr um gemeinsam im Rahmen der „Tour de Musée“ interessante Ausstellungen zu besuchen, diese Ausstellungen auf sich wirken zu lassen, und nach dem Besuch in einem zwanglosen Gespräch über die Eindrücke zu diskutieren.

