16.07.2026 | Seit September 2025 bin ich im Rahmen meines Freiwilligen Ökologischen Jahres bei den Berliner NaturFreunden aktiv. Die meiste Zeit verbringe ich in der Geschäftsstelle in der Paretzer Straße. Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem das Entwerfen von Werbe- und Informationsflyern, das Führen von Telefonaten sowie das Protokollieren der eingehenden Post. Auch wenn mir die überraschend abwechslungsreiche Arbeit im Büro großen Spaß macht, sind es besonders die Arbeitseinsätze im NaturFreundehaus Hermsdorf, auf die ich mich jedes Mal aufs Neue freue.
Das NaturFreundehaus Hermsdorf liegt in unmittelbarer Nähe des Landschaftsschutzgebiets Tegeler Fließ und dient als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Fahrradtouren. Kinder- und Jugendgruppen, aber auch wiederkehrende, alleinreisende Erwachsene genießen hier die Gastfreundschaft der NaturFreunde, die sich ehrenamtlich um die Anlage kümmern. Nahezu jeden Mittwoch trifft sich eine Gruppe hochaktiver Senior*innen, um die anfallenden Arbeiten im Haus und im weitläufigen Garten zu erledigen. Durch dieses ehrenamtliche Engagement ist es möglich, das Haus mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten interessierten Gruppen zu einem kleinen Preis anzubieten. In Zeiten von rapide steigenden Lebenshaltungskosten ist das von besonderer Bedeutung, da so auch Menschen mit geringerem Einkommen bei uns Erholung finden können.
Als FÖJler war meine Unterstützung besonders im Herbst gefragt. Zusammen mit meiner FÖJ-Kollegin Mathilda harkte ich Laub, mähte den Rasen und sammelte Walnüsse. Nach getaner Arbeit blieb in der Mittagspause ausreichend Zeit für nette Gespräche, bei denen wir gemeinsam Kaffee tranken und selbstgemachten Kuchen genossen.
Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit der Sinnhaftigkeit eines großen und dichten Baumbestandes auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe zu den Gebäuden. Der heftige Sturm im Juni 2025 zeigte uns die Gefahren dessen auf. Mehrere Baumkronenbrüche und ein gegen das Haus und auf das Dach stürzender Baum verursachten erheblichen Schaden. Wir planten die Reduzierung von Hecken und holzten einzelne Büsche aus.
Die Arbeitseinsätze im NaturFreundehaus Hermsdorf sind für mich eine willkommene Abwechslung zum Büroalltag und zeigen, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den Erhalt eines solchen Ortes ist. Die Zukunft dieser für die Gesellschaft wertvollen Unterkunft ist jedoch zunehmend ungewiss. Durch das fortschreitende Alter der ehrenamtlich Engagierten besteht die Sorge, dass sich häufende krankheitsbedingte Ausfälle den weiteren Betrieb der Unterkunft gefährden könnten. Daher ist dies ein Aufruf an alle, die Freude an praktischer Arbeit im Grünen haben und Teil einer offenen Gemeinschaft sein möchten, sich ebenfalls im NaturFreundehaus Hermsdorf zu engagieren.
Durch die ehrenamtliche Beteiligung neuer Unterstützer*innen kann das NaturFreundehaus Hermsdorf auch in Zukunft als Ort der Begegnung und Erholung erhalten bleiben.
Jascha Levin Roth
aus: WanderfreundIn 01-2026
