31.03.2026 | Zu einer Wanderung trafen sich 20 Wander*innen um gemeinsam von Erkner nach Friedrichshagen zu laufen. Die Ortsgruppe Adelante der NaturFreunde hatte mit ihrem erfahrenen Wanderleiter Uwe Hiksch zur Wanderung geladen. Die Wanderung war 16,3 km lang und konnte nach 7 Kilometern am S-Bahnhof Rahnsdorf beendet werden.
Der Treffpunkt war um 10.00 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Erkner. Von dort ging es am Flakefließ und Flakesee bis an den Ortsrand von Woltersdorf. Dort überquerte die Wandergruppe die Woltersdorfer Landstraße und lief auf schönen Wegen durch den Wilhelmshagen-Woltersdorfer-Dünenzug. Der Wilhelmshagen-Woltersdorfer-Dünenzug ist als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen. Dort ging es über die höchste Erhebung den Krausnick (61 m) auf dem Dünenzug Richtung Rahnsdorf.
Wilhelmshagen-Woltersdorfer-Dünenzug
Der Wilhelmshagen-Woltersdorfer-Dünenzug ist etwa vier Kilometer lang und etwa einem Kilometer breit. Er ist am Ende der letzten Eiszeit durch Windverwehungen als Binnendünenkomplex entstanden. In dem Natura-2000-Gebiet leben eine Vielzahl von seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten, u.a. der Dänische Tragant, das Gemeine Katzenpfötchen und das Dolden-Winterlieb.
Der Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug wurde als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) ausgewiesen, weil er mit seinen wer Sandheiden mit Heidekraut und Besenginster, Dünen mit offenen Grasfluren aus Silbergras und Straußgras sowie subkontinentale Blauschillergrasrasen aufweist. In dem Natura-2000-Gebiet leben 261 Stechimmen- und 432 Schmetterlingsarten. Im Rahmen ihrer Wanderangebote „Natura-2000-Wanderungen“ haben die NaturFreunde Berlin für den Wilhelmshagen-Woltersdorfer-Dünenzug einen eigenen Natura-2000-Flyer entwickelt.
Ingeborg Hunzinger
Nachdem die Wandergruppe den Dünenzug durchquert hatte, ging es bis zur S-Bahnstation Rahnsdorf, bei der die Möglichkeit bestand, nach acht Kilometern Wanderstrecke in die S-Bahn nach Berlin einzusteigen.
Die S-Bahnstation liegt an der Ingeborg-Hunzinger-Straße. Ingeborg Hunzinger war eine begnadete Bildhauerin, die in Berlin in einer Reihe von Bezirken wunderschöne Plastiken geschaffen hat. Wegen ihrer jüdischen Mutter musste sie 1939 ihr Studium an der Universität der Künste abbrechen. Seit 1932 war Ingeborg Hunzinger Mitglied der Kommunistischen Partei (KPD). 1939 emigrierte sie nach Italien. Dort schloss sie eine Ausbildung als Bildhauerin ab. Nach dem Ende des Faschismus an der Macht ging sie in die DDR. Von 1951 bis 1953 war Hunzinger Meisterschülerin von Fritz Cremer und Gustav Seitz. Nach ihrem Abschluss eröffnete sie im Jahr 1953 ein Atelier in Rahnsdorf und arbeitet dort als freischaffende Künstlerin.
Bekannte Werke von ihr sind z.B. „Vater und Kind“ im Müggelpark, „Die Sinnende“ im Schlosspark Biesdorf, „Sich Aufrichtende“ in der Marzahner Promenade, „Die-sich-Erhebende“ im Luisenhain in Berlin-Köpenick, die Plastik „Gedenken an Mathilde Jacob,“ am Franz-Mehring-Platz oder der „Block der Frauen“ in der Rosenstraße in Berlin-Mitte.
Krummendammer Heide
Die Wandertour führte dann weiter durch das schöne Waldgebiet Krummendammer Heide. Die Krummendammer Heide ist nach dem Forsthaus Krummendamm benannt, das nördlich von Friedrichshagen in der Nähe der Erpe liegt. Die Krummendammer Heide gehörte zum Amt Köpenick und wurde 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet.
Erpetal
Von der Krummendammer Heide ging es dann vorbei an der Revierförsterei Friedrichshagen in das Erpetal (Neuenhagener Mühlenfließ). Die Wanderung folgte dann etwa zwei Kilometer der Erpe und ging dann durch den Kurpark Friedrichshagen bis zum S-Bahnhof Friedrichshagen. Die Erpe ist von ihrem Quellgebiet in Werneuchen bis zur Mündung in die Spree etwa 32 Kilometer lang. Heute sind Teile dieses Gebiets Naturschutzgebiet. Entstanden ist das Erpetal in der letzten Eiszeit von 18.000 Jahren. Das Tal ist in Grundmoränen eingebettet und ist eines der letzten erhaltenden Fließtäler im Randbereich von Berlin. In dem Naturschutzgebiet leben eine Vielzahl von Reptilien und Amphibien, wie die Wechselkröte und die Knoblauchkröte. In dem Gebiet finden sich auch seltene Vögel wie der Zwergtaucher und der Rotmilan.
Die Wanderung endete am S-Bahnhof Friedrichshagen.

