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Ressourcenkonflikte und sozialer Widerstand in Honduras

© Honduras Delegation
© Honduras Delegation
© Honduras Delegation

22.04.2018 | Am 28. März 2018 stellten Martín Fernández, Generalkoordinator der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (MADJ) und Leonel George von der Koordination der Basisorganisationen im Aguán (COPA) die Menschenrechtslage in den Land- und Ressourcenkonflikten im Norden von Honduras vor.

Mit dem Putsch vor neun Jahren und der internationalen Konferenz „Honduras is open for Business“ im Jahr 2011 wurden die Weichen für den Ausverkauf des Landes gestellt. Die Interessen der nationalen und transnationalen Unternehmen werden von der Zentralregierung in Tegucigalpa und den lokalen Behörden bereitwillig unterstützt. Bisher sind mehr als 30 Prozent des gesamten honduranischen Territoriums konzessioniert worden. „Es handelt sich um Konzessionen an Land und Wasservorkommen für Energiegewinnung, für exklusive Tourismusprojekte Konzessionen zum Abbau der Bodenschätze, wobei ganze Landstriche abgetragen und unbewohnbar gemacht werden“, berichtet Martín Fernández. Die Folgen: landwirtschaftliche Flächen werden vernichtet, Trinkwasser kontaminiert, Wälder gerodet, das empfindliche Ökosystem zerstört, Gewalt durch Militär und Polizei, die gegen die widerstehende Bevölkerung vorgeht, die Bevölkerung ist gezwungen ihre Dörfer zu verlassen. Eine Folge, die selten beachtet wird: ist „die Zerstörung des sozialen Friedens, indem die Unternehmen einen Teil der Gemeinden Arbeit, Energie und Infrastruktur verspricht.“ Die Mehrheit der betroffenen Bevölkerung im Munizip Tela hat sich im Jahr 2016 in einer öffentlichen Versammlung gegen diese Wasserkraftwerke ausgesprochen. Nun stehen die kleinbäuerlichen Gemeinden den gewinnbringenden Projekten im Weg. Dem friedlichen Widerstand setzt das Regime in Tegucigalpa Militär, Repression, Einschüchterungen und Gerichtsprozesse entgegen.

Ein seit Jahrzehnten schwelender Konflikt befindet sich im unteren Aguántal. Den dort ansässigen Kleinbäuer*innen wird durch die Großgrundbesitzer, mit ihren ausgedehnten Palmölplantagen ihre Lebensgrundlage entzogen. Leonel George resümiert: „Sie bauen auf sehr fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen, Treibstoff für Maschinen an. […] Der Konflikt hat seit dem Putsch bereits mehr als 150 Menschen das Leben gekostet.“ Neben dem Agrarkonflikt im Department Colon gesellt sich auch die Problematik der Kontaminierung der Böden durch den Bergbau. Allein 34 Bergbaukonzessionen wurden für das Munizip Tocoa erteilt. „Kein einziger der fünf Flüsse, die durch Tocoa fließen können heute zur Trinkwasserversorgung genutzt werden.“ Die honduranische Wirtschafts- und Sicherheitspolitik richtet sich ausschließlich nach den Interessen der nationalen und transnationalen Wirtschaftsinteresse. Das Gesetz zur landwirtschaftlichen Modernisierung, das 1992 verabschiedet wurde, kam ausschließlich dem international agierenden Agrarbusiness zugute und führte zu einem drastischen Rückgang der Lebensmittelproduktion. Dazu werden die Unternehmen der Großgrundbesitzer bereitwillig mit internationalen Geldern unterstützt, so sorgten die Recherchen eines Journalistenteams 2015 für Unruhen, als bekannt wurde, dass Weltbankkredite an Projekte vergibt, die für massive Menschenrechtsverletzungen bekannt sind. Eines der angeführten Beispiele war das Aguántal in Honduras. Auch die deutsche DEG zog ihre Kreditzusagen von 20 Millionen Euro an DINANT, einem palmölverarbeitenden Unternehmen im April 2011 zurück. 

Allgemeine Informationen findet Ihr zu Honduras hier:

http://hondurasdelegation.blogspot.de

http://hondurasdelegation.blogspot.lu/2017/12/achtung-martin-fernandez-und-mitglieder.html 

https://amerika21.de/2017/08/183090/konflikt-wasserkraftwerke-honduras

https://amerika21.de/2016/10/162767/morde-aktivisten-honduras

https://jesuits.org/Assets/Publications/File/Impact-of-Mining-in-NW-Honduras-329.pdf

https://reportage.wdr.de/weltbank#8791

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