28.09.2026 | Es war ein bunter und kämpferischer Demonstrationszug. Die Demonstration des DGB, die von Kreuzberg zum Roten Rathaus zog, wurde von Transparenten und Fahnen der Gewerkschaften und von Forderungen nach einer sozialen und gerechten Politik dominiert. In den Blöcken von GEW, NaturFreunden und IG BAU waren auch eine Vielzahl von Transparenten und Schildern zur Forderung nach Abrüstung und Frieden zu sehen. Die NaturFreunde hatten als Leittransparent für ihren Block das Motto „Sozialstaat statt Aufrüstung! Klimaschutz statt Kürzungspolitik!“ gewählt.
Gemeinsam mit einem breiten Bündnis haben sich die NaturFreunde Berlin an der Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes „Hart Verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente“ beteiligt. Zur Demonstration, die vor der IG-Metall Zentrale in Kreuzberg begann, waren mehr als 12.000 Demonstrierende gekommen.
NaturFreunde aktiv bei der Demonstration
An der Demonstration nahmen NaturFreund*innen in den verschiedenen Blöcken teil. Im Block der IG Metall, von Ver.di, IG BAU, NGG und DIE LINKE liefen überall auch Mitglieder der NaturFreunde mit. Zum NaturFreunde-Block fanden sich mehr als 30 NaturFreund*innen zusammen.
Nein zum Sozialabbau
In den Reden und mit vielen Transparenten machten die Teilnehmenden deutlich, dass die von der Bundesregierung geplanten Einschnitte in die soziale Sicherung abgelehnt werden. Viele der Redner*innen und Demo-Teilnehmer*innen forderten eine gerechte Steuerpolitik und die Einführung einer Vermögensabgabe und einer Vermögenssteuer.
Nicht die Beschäftigten sind schuld an der wirtschaftlichen Lage. Wenn behauptet wird, sie würden angeblich zu wenig arbeiten oder die Ansprüche der Beschäftigten seien zu hoch, diffamiert die Arbeitnehmer*innen. Eine zukunftsgerechte Wirtschaftspolitik muss auf ökologische Investitionen, soziale und ökologische Innovationen, Gute Arbeit und höhere Löhne setzen.
Die Demonstrierenden zeigten ihre Ablehnung der geplanten Sparbeschlüsse der Bundesregierung auf vielen Fahnen, Schildern und Transparenten. Sie machten deutlich, dass die Absenkung der Renten, die Anhebung des Renteneintrittsalter und die Abschaffung der Rente mit 63 Jahren völlig inakzeptabel sind. Auch die Planungen der Bundesregierung den 8-Stunden-Tag aufzuweichen, wurde eine klare Absage erteilt.
Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften machten deutlich: Der Sozialstaat ist kein Geschenk, er ist das Ergebnis der Arbeit und Beiträge von Millionen Menschen. Sie dürfen nicht mit weniger Leistung, abgespeist werden, sondern haben Anspruch auf gute Gesundheitsversorgung, soziale Sicherheit und eine verlässliche Rente.
Hände weg vom Arbeitszeitgesetz!
Längere Arbeitszeiten machen Arbeit nicht produktiver – sie machen sie ungesünder. Schon heute arbeiten viele Beschäftigte unter hohem Leistungsdruck, in Schicht- und Wochenendarbeit oder sind ständig erreichbar. Deshalb verteidigt der DGB den 8-Stunden-Tag und das Arbeitszeitgesetz. Gute Arbeit braucht verlässliche Arbeitszeiten, Gesundheitsschutz und faire Bedingungen. Beschäftigte verdienen Vertrauen statt Unterstellungen – und starke Rechte, die im Alltag schützen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften haben mit den Demonstrationen in Berlin und weiteren 14 Städten ein wichtiges Zeichen gegen den Sozialabbau gesetzt. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Gewerkschaften, Sozial-, Wohlfahrts- und Umweltverbänden, Religionsgemeinschaften und weiteren zivilgesellschaftlichen Initiativen gingen sie auf die Straße und forderten den Erhalt eines gerechten Sozialstaats. In allen 15 Städten sind mehr als 175.000 Teilnehmer*innen auf die Straße gegangen.
Uwe Hiksch

