
Gesellschaftsspiele Sportpolitische Thesen der NaturFreunde Berlin
These 1
Sport und Gesundheit
These 2
Sport und Konkurrenz
These 3
Sport und Geschlechter
These 4
Sport und soziale Ungleichheit
These 5
Sport und Rassismus

Sport & Rassismus
Die These, dass Sport bereits durch seine formale Struktur zum Abbau von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit beiträgt, lässt sich nicht halten. Die rassistische Interpretation körperlicher Eigenheiten spielt im Sport eine stärkere Rolle als in anderen gesellschaftlichen Sphären. Hautfarbe, Geburtsort von Eltern bzw. Großeltern oder die Gene „erklären“ insbesondere in der medialen Sportberichterstattung sportliche Leistungsfähigkeit. Einige überspitzte Beispiele: Afroamerikaner haben den Rhythmus im Blut und sind die besten Basketballer und je europäischer und weißer jemand ist, umso mehr ist ihm Fußballverständnis angeboren. Das Talent zum Spielen haben ja eher die wendigen Brasilianer. Hier werden körperliche Merkmale in Erklärungsmodellen und Beispielen benutzt, um scheinbare Unterschiede zu begründen, anstatt von sozial erzeugten Differenzen auszugehen.
Indem der Sport das Bild des Anderen in Abgrenzung zu dem des Eigenen produziert, fördert er oft den rassistischen Blick und führt zur Ethnisierung sozialer Zusammenhänge. Auch bei den NaturFreunden gibt es eher wenige Mitglieder mit Migrationshintergrund. Wie offen sind wir also wirklich? Gibt es auch bei uns Grenzen? Welche davon können wir öffnen?

